Autorin Jo Jonson sieht lächelnd in die Kamera. Darunter stehen die Worte Buchcharaktere erstellen - 5 Tipps für Autoren

Buchcharaktere erstellen - 5 Tipps für Autoren

Du kennst das – es fängt beim Namen an und hört auf bei der kleinen Narbe über der linken Augenbraue. Buchcharaktere erstellen – 5 Tipps für Autoren, die dir dabei helfen, wirklich authentische Protagonisten für dein Buch zu erstellen, die nicht nur interessant sind, sondern die Geschichte vorantreiben!

Die Figurentwicklung - Wie mache ich es richtig?

Bei der Entwicklung deiner Buchcharaktere gibt es kein Richtig oder Falsch. Es muss für dich passen und funktionieren. Ich gebe dir im Folgenden einfache kleine Tipps an die Hand, wie du deine Charakterentwicklung optimieren kannst. So gelingt dir eine starke, authentische Geschichte, die deinen Leser nicht mehr loslässt.

“Lesen stärkt die Seele” – Voltaire

Buchcharaktere erstellen - 5 Tipps für Autoren

Du hast eine tolle Idee für eine neue Geschichte, doch dir fehlen die passenden Figuren? Oder ist es genau andersherum und dir schwirrt ein völlig interessanter Charakter im Kopf herum, der eine passende Geschichte sucht. Was könnte genau dieser Protagonist wohl erleben? Du bist auf dem richtigen Weg, denn du hast die erste Frage gestellt. Fragen sind bei der Entwicklung von Buchcharakteren deine neuen besten Freunde. Und hier wären wir bei Tipp Nummer Eins.

1. Führe ein Interview mit deinem Buchcharakter

Richtig gehört! Frag deinen Prota so richtig aus. Stell dir vor, er ist die wichtigste Person in deinem Leben, die du gerade erst kennenlernst und du willst alles über ihn/sie wissen. Wo kommst du her? Was hat dich berührt? Was hat dich am meisten verletzt? So entwickelst du Schritt für Schritt einen authentischen Charakter, dessen Handlungen auch dann nachvollziehbar sind, wenn sie emotional und unlogisch wirken – weil sie vielleicht auf Prägungen in der Vergangenheit zurückzuführen sind. Dein Charakter muss eine eigene Geschichte erzählen, um das Gesamtbild stimmig abzurunden.  Und das führt uns zu Tipp Nummer Zwei.

2. Nutze Charakterbögen

Ich gebe es zu, ich habe selbst erst in diesem Jahr damit angefangen und es ist Gold wert! Bei Buchreihen ist es unverzichtbar, auf die Eigenheiten und Details der Charaktere jederzeit zurückgreifen zu können. Spätestens, wenn du dich bei Band drei fragst, was zur Hölle die Augenfarbe des Bruders des besten Freundes deiner Protagonistin war 😀 Ja, die Erstellung eines Charakterbogens nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, die du dir später aber ersparst, wenn du nur schnell etwas nachschlagen musst und genau weiß, wo du die Information finden kannst. Zudem bieten einige Autoren und Schreibratgeber toll ausgearbeitete Charakterbögen kostenfrei zum Download an. Wie etwa die liebe Marie Grasshoff. Den Link findest du hier.

3. Nimm dir echte Personen als Vorbild für deine Buchcharaktere

Hier ist absolute Vorsicht geboten. Tue das nur für dich und kommuniziere dies nur nach außen, wenn du dir absolut sicher bist, dass die betroffene Person keine Probleme damit hat und ihr keine Nachteile daraus entstehen. Du solltest immer einen anderen Namen verwenden. Dennoch hilft dir diese Inspiration, den Charaktern mehr Tiefe zu verleihen. Schließlich kennst du sie und ihre Gewohnheiten näher.

4. Gestalte Avatare deiner Buchcharakter

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Mittlerweile gibt es zahlreiche kostenfreie Tools, mit denen du dir deinen Protagonisten visualisieren kannst. Damit befeuerst du nicht nur deine Fantasie, sondern speicherst dir wichtigen Werbecontent für Social Media, sobald das Buch erschienen ist. Besonders schön und ausgefallen wird es, wenn du selbst zum Stift greifst und einen einzigartigen Charakter zeichnest. Das gibt deinem Marketing später nicht nur den letzten Schliff, sondern dir auch die Möglichkeit deinen Buchcharakter so zu visualisieren wie du ihn vor deinem geistigen Auge siehst.

5. Erstelle Charakterkarten

Meist erfolgt dieser Schritt erst nach Buchveröffentlichung, um das Marketing in den sozialen Netzwerken oder auch Buchmessen voranzutreiben. Meiner Meinung nach ist das verkanntes Potenzial. Charakterkarten sind die perfekte Symbiose aus Avatar und Charakterbogen. Sie veranschaulichen auf einen Blick, wie dein Charakter aussieht und was ihn ausmacht. Wie wäre es mit einem typischen Zitat aus dem Mund deines Hauptcharakters? Damit siehst du auf einen Blick, mit wem du es zu tun hast und bekommst wichtige Schreibimpulse. Auch Leser lieben Charakterkarten vorab. Sie machen Lust auf das Buch und erschaffen in den Köpfen die ersten Schritte zur Welt deines Romanes. Nimm deine Leser mit und erzeuge Spannung. Besonders in sozialen Netzwerken wie Instagram sind Charakterkarten äußerst beliebt.

Lohnt sich der ganze Aufwand der Erstellung eines Buchcharakters?

Definitiv. Authentische  und lebendige Haupt-  und Nebencharakter  halten die Story am Laufen und verhindern die ein oder andere lästige Schreibblockade, welche die Romanidee ansonten vielleicht gekillt hätte. Eine bewegte Vergangenheit trägt und stützt die Handlungen eines Charakters durch den ganzen Roman. Sympathische und gut ausgearbeitete Nebencharakter bieten wahnsinnig viel Potenzial für Fortsetzungen und emotionale Nebenhandlungen. Ein guter Charakter überrascht manchmal sogar den Autor mit ungeplanten Entwicklungen, die das Buch in eine Richtung treiben, die nie geplant gewesen ist, aber es unter Umständen zum Bestseller machen.

Bei “Lost in Afterglow” habe ich niemals an eine Fortsetzung gedacht. Von vier Bänden ganz zu schweigen. Jedoch kamen die Nebencharaktere der Jungs in der Band bei den Lesern derart gut an, dass ausnahmslos alle, die mich anschrieben, nach einer Fortsetzung fragten. Auch ich als Autorin konnte die Jungs nicht ohne eigene Geschichte ziehen lassen.