Dein ultimativer Leitfaden für die Verlagssuche

Du hast ein Buch geschrieben und willst den großen Schritt in einen Verlag wagen? Oder hast du vielleicht schon im Selfpublishing veröffentlicht und möchtest deine Geschichte nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen? Als erfahrene Verlagsautorin und Selfpublisherin weiß ich genau, worauf es bei der Verlagssuche ankommt. Hier ist dein ultimativer Leitfaden, um den Verlag zu finden, der am besten zu deinem Manuskript passt.

Wie finde ich einen Verlag?

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Vor fast 20 Jahren habe ich mein erstes Manuskript beendet und mir mächtig viele Sprüche über verschiedene Verlagsmythen anhören müssen, wie: „Brauchst du gar nicht erst zu versuchen ohne Agenten“ oder „Verlage kosten Geld“

Was davon stimmt und was nicht, erfährst du in diesem Artikel einer Autorin, die ungelogen schon alle Wege der Verlagsveröffentlichung gegangen ist. 

Der strukturierte Suchprozess im Überblick

Die Verlagssuche ist Fleißarbeit. Es braucht Struktur, gute Recherche und etwas Organisationstalent. Am besten legst du dir dafür eine Datei in Excel an, die folgende Informationen enthält:

  • Name des Verlags
  • Ansprechpartner
  • Kontaktweg
  • Datum der Kontaktaufnahme
  • Datum der Nachfrage
  • Ergebnis

Damit hast du nicht nur einen perfekten Überblick, sondern die Gewissheit, dass du bei der Verlagssuche nicht den peinlichen Fehler machst, dasselbe Manuskript mehrfach an ein und denselben Verlag zu schicken.

Tipp: Bitte bewirb dich nicht bei allen Verlagen mit demselben stupiden Anschreiben. Verlage sind gut vernetzt und gerade bei Imprints kann es unangenehm werden. Damit läufst du Gefahr, dass dein Manuskript aus dem Rennen fliegt, ehe es überhaupt eine Chance dazu hatte, gelesenen zu werden. Arbeite lieber mit variablen Textbausteinen. Die Infos zu dir und deiner Geschichte dürfen gleichbleiben, doch der Grund, warum du dich gerade bei diesem Verlag bewirbst und wie du auf ihn gekommen bist MUSS variieren. Sei ruhig frech, unperfekt und menschlich. FELHER stechen eher aus der Masse heraus als perfekte, mit KI-formulierte Texte.

Zeitplanung: Mit wie viel Vorlauf müssen Autoren rechnen?

Die Verlagssuche kostet Zeit. Nicht nur deine eigene Recherche und der Prozess der Bewerbung. Es kann mitunter bis zu sechs Monaten oder länger dauern, bis du eine Antwort (ob positiv oder negativ) von einem Verlag erhältst. Wenn du überhaupt eine Antwort erhälst.

Tipp: Auch wenn Verlage in ihren Standard-E-Mails davon sprechen, dass keine Rückmeldung mit einer Absage gleichzusetzen ist und du von Nachfragen absehen sollst – ignoriere das unbedingt. Frage nach sechs Wochen sanft, ob die Mail angekommen ist und Interesse an deinem Projekt besteht. Nicht mehr und nicht weniger. So rufst du dich in Erinnerung und zeigst echtes Interesse am Verlag. Oftmals landen Manuskripte auch im SPAM oder gehen in der Urlaubszeit unter.

Wonach suchen Verlage bei Manuskripten?

Verlage suchen nach sprachlich guten Texten, die in Genres passen, welche gerade angesagt sind. Neben saisonaler Literatur wie Winterromanen sind das im Jahr 2026 vor allem New Adult Romane und Dark Romance. Auch Sportromane sind aktuell angesagt. 

Verlage denken in Schubladen

Nimm Absagen niemals persönlich. Ich habe davon schon unzählige kassiert, oft schreiben Verlage dazu, dass dein Manuskript nicht in das gesuchte Genre passt. Lass dich davon nicht entmutigen. Eine Geschichte kann noch so gut sein und in einem Jahr keinen Verlag finden, während sich im Folgejahr alle darum reißen.

Verlage müssen Gewinn erwirtschaften und daher unternehmerisch denken. Die Zeiten, dass künstlerische Neuheiten gesucht wurden, sind in der Wirtschaftskrise vorbei. Ein Buch muss seine Kosten und die anderen Bücher decken, damit es für einen Verlagsinhaber eine lohnende Investition ist. Du siehst: eine Absage hat nichts mit deinem Können als Autor zu tun, sondern rein damit, was gerade am Markt gefragt ist.

Meiner Meinung nach ist das allerdings fatal, weil Buchhandlungen damit übersättigt mit denselben Themen sind.

Meine Romantasy „Secrets of the Forest“ lag zehn Jahre im Schrank, da nicht einmal meine Agentin sie an einen Verlag vermitteln konnte. Während alle acht meiner anderen Manuskripte problemlos einen Verlag fanden und sogar bei mehr als einem Lektor Interesse auslösten. Sei nicht traurig, wenn es dir mit einem Projekt genauso geht. Dafür gibt es den unkomplizierten Weg des Selfpublishing, bei dem ich dir auf Wunsch gern helfen kann.

5 Buchtrends im Jahr 2026

Wer vom Bücher schreiben leben will, kann nicht einfach Geschichten schreiben, auf die er Lust hat. Er muss als Autor ganz genau wissen, welche Genres gerade gefragt sind. Dies varriiert von Verlag zu Verlag. Im Jahr 2026 waren 5 folgende Buch Genres besonders beliebt:

  1. Dark Romance
  2. New Adult
  3. Cozy Fantasy
  4. Familiengeheimnis
  5. Sports Romance

Um aus Nummer sicher zu sein, solltest du zwei bis drei Ideen pitchen und an deine Wunschverlage schicken. Schreibe ausschließlich die Exposés und starte erst mit dem Schreiben, wenn ein Verlag Interesse zeigt. Dafür benötigst du dann aber Konsequenz und gute Nerven, denn eine vertraglich vereinbarte Deadline zur Abgabe muss unbedingt eingehalten werden. Ich selbst habe das übrigens nur einmal gemacht, weil es mir zu viel Druck war. Zwar wusste ich, der Roman findet einen Abnehmer, aber das Schreiben wurde dadurch sehr mechanisch und mir hat der kreative Prozess gefehlt. Das muss jeder für sich selbst ausprobieren. Im Zeitalter des hochwertigen Selfpublishing via Amazon KDP oder Tredition ist ein Verlagsvertrag auf Biegen und Brechen nicht mehr zeitgemäß.

Wie recherchiere ich passende Verlage for mein Genre?

Wenn du einen passenden Verlag für dein Genre finden willst, solltest du direkt auf die Homepage des Verlags gehen. Sieh dich im Shop um, studiere das Verlagsprogramm und mach dich auf den sozialen Kanälen schlau. Die meisten Verlage haben auf ihrer Website einen eigenen Reiter namens „Manuskripte“. Dort findest du oft nicht nur gesuchte Genres, sondern die wichtigen Anforderungen an dein Exposé für die Manuskripteinreichung.

Welche Verlage sind spezialisiert auf neue Autoren in Deutschland?

Digital Publishers und Imprints großer Verlagshäuser wie Impress von Carlsen lieben deutsche Neu-Autoren. Gerade bei Digital Publishers (bei denen auch ich bereits fünf Werke veröffentlicht habe), hast du es mit deinem Debüt auch ohne Agenten vergleichsweise leicht, einen Verlagsvertrag zu bekommen.

Warum Independent- und Nischenverlage die besten Chancen bieten

Die bittere Wahrheit: Ich habe es auch nach 15 Jahren im Verlagswesen bis heute nicht geschafft, einen meiner Verlage im Großverlag unterzubringen (auch nicht mit meiner Agentin). Versuche es unbedingt trotzdem, doch reiche dein Manuskript sicherheitshalber auch bei den Imprint Labels der Gameplayer ein. Diese sind im deutschsprachigen Raum:

Verlage, die ich selbst guten Gewissens empfehlen kann, sind Digital Publishers und Zeilenfluss. Bei beiden Verlagen stehe ich unter Vertrag. Sie sind finanziell sehr fair und transparent, zahlen pünktlich und zuverlässig. Allerdings musst du selbst viel Werbung machen, doch wie ich hörte, gilt das auch bei den Großverlagen, die sich meist allein auf ihre hohe Reichweite verlassen.

Ausschreibungen, Wettbewerbe und Anthologien

Auch eine gute Möglichkeit, veröffentlicht zu werden ist die Teilnahme an Ausschreibungen und Wettbewerben. Viele Autoren sind so an ihren ersten hochwertigen Verlagsvertrag gekommen. Ich selbst habe das in meinen jungen Jahren nur mit Zeitschriften und Gedichtbänden gemacht. Auch hier ist mir der Druck und die engen Bedingungen, wie eine Geschichte zu sein hat zu groß.

Wenn du allerdings auf Plattformen wie Inkitt oder Wattpad veröffentlichst, kannst du auch deine Geschichte jährlich zu verschiedenen Wettbewerben einreichen. So kam es zum Beispiel, dass meine Harry Potter Fanfiktion 2022 für den Watty Award in der Kategorie „Beste Fanfiction weltweit“ nominiert wurde. Gewonnen habe ich nicht, doch der Aufmerksamkeits-Push war enorm. Schau dir die Leserzahlen zu meiner Geschichte „Der Zauber um Draco Malfoy“ an.😊

Was sind die besten Kriterien for die Wahl eines Buchverlags?

Natürlich solltest du niemals um jeden Preis einen Verlagsvertrag unterschreiben. Ich weiß, wie böse das enden kann. Kläre im Vorfeld unbedingt die Bedingungen. Dafür solltest du zunächst überlegen, was du selbst von einem Verlag erwartest. Über Social Media kannst du mit Autoren in Kontakt treten, die bereits Bücher in dem Verlag deiner Wahl veröffentlicht haben und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Es gibt kaum eine zuverlässigere Quelle, wenn du in Erfahrung bringen willst, wie seriös ein Verlag arbeitet. Folgende Kriterien solltest du bei der Verlagswahl in Betracht ziehen:

  • Mitspracherecht: Darfst du als Autor mitbestimmen wie dein Buch heißt, wie das Cover aussieht und wie es endet? Oder setzt du am Ende nur die Wünsche des Verlags um
  • Garantiehonorar: Das ist der Betrag, von dem professionelle Autoren leben. Große Verlage zahlen bei Manuskriptabgabe ein einmaliges Garantiehonorar.
  • Tantiemen und Auszahlung: Ein Verlag sollte mindesten zweimal im Jahr deine Tantiemen an dich auszahlen. Achte auf den Prozentsatz, dieser sollte um die 10 Prozent des Nettoladenpreises betragen. Taschenbücher und Ebooks können variieren.
  • Werbung: Was tut der Verlag, um seine Autoren zu pushen? Erscheinen Posts nur bei der Veröffentlichung eines Buches? Werden gewisse Autoren bevorzugt?

Tipp: Um besser vergleichen zu können, welcher Verlag sich für dein Buch eignet, solltest du dich bei vielen Verlagshäusern bewerben. Vergleich Angebote und ziehe Experten aus Foren wie Autorenwelt zu Rate, um die beste Entscheidung für dich und deine Geschichte zu treffen.

Agentur oder Direktbewerbung beim Verlag?

Eine Agentur bietet dir definitiv eine größere Chance auf einen seriösen Verlagsvertrag und öffnet nicht selten die Türen zum Großverlag. Allerdings arbeiten Literaturagenturen nicht für umsonst. Zwar musst du Agenten nicht direkt bezahlen, doch sie ziehen sich von deinen vereinnahmten Buchtantiemen um die 15 Prozent ab. Das ist bei 10 Prozent vom Verkaufserlös sehr viel und lohnt sich wirklich nur, wenn du einen Vertrag bei großen Verlagshäusern wie Ullstein oder Bastei Lübbe ergatterst.

Ich selbst habe mit einer kleinen Agentin zusammengearbeitet und dabei meinen ersten Verlagsvertrag bei Digital Publishers bekommen. Allerdings hatte diese Agentin wohl einen Deal mit dem Verlag und ich bekam die Bücher ausschließlich dort unter. Daher habe ich mich von ihr getrennt und selbst meine Manuskripte bei DP abgegeben, allerdings bekommt sie weiterhin ihre Provision von den vorher vier übermittelten Werken (wovon ich eines dem Verlag schon aktiv selbst anbot) Du siehst: auch unter Literaturagenten gibt es schwarze Schafe.

Achtung vor der Druckkostenzuschuss-Falle!

„Du hast ein Buch veröffentlicht? Das kostet doch so viel Geld“

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Nein, es kostet niemals Geld, ein Buch in einem Verlag zu veröffentlichen. Verlag kommt von Verlegen. Der Verleger nimmt Manuskripte, in denen er Potenzial sieht und trägt das unternehmerische Risiko allein. Deshalb ist es ja so schwer, einen Verlag zu finden.

Druckkostenzuschussverlage lassen sich Druck- und Produktionskosten von unwissenden Autoren bezahlen und nehmen alles, was bei drei nicht auf bäumen ist. Du erkennst sie auf einen Blick mittels folgendem Satz:

Verlag sucht Autoren !!!

Natürlich suchen auch seriöse Verlage nach neuen Talenten. Aber nicht laut und verzweifelt mit diesem Satz. Die meisten Verlage haben den Großteil des Jahres sogar einen Manuskriptannahmestopp und schreien nicht nach neuen Geschichten.

Anders sieht es aus, wenn Verlage gezielt nach Geschichten eines Genres auf Social Media suchen. Wenn du dir unsicher bist, bekommst du spätestens mit dem Verlagsvertrag Gewissheit. Stehen hier Kosten für dich? Dann Finger weg! Du hast deine Leistung mit deinem tollen Manuskript schon erbracht und dafür hast DU den Lohn verdient.

Auch Buchsatz, Covergestaltung und Lektorat muss ein Verlag komplett selbst übernehmen!

Mein Fazit: Die Verlagssuche ist kein Zuckerschlecken

Jetzt schwirrt dir sicher erst einmal der Kopf. Überstürze nichts. Es gibt nichts Schlimmeres, als sein Manuskript in die Hände des falschen oder eines unseriösen Verlages zu geben (Ich weiß, wovon ich spreche). Du hast nun alle Werkzeuge in der Hand, um bei der Verlagssuche zu punkten und wenn du dein Baby nur schwer in fremde Hände legen kannst, probiere dich am Selfpublishing aus, das sich finanziell übrigens auch mehr lohnt, wenn du die richtigen Kniffe besitzt.

Ich habe es geschafft und du kannst das auch

Frau mit kurzem braunen Haar - Autorin Jo Jonson - sitzt in einem Stuhl und schreibt in ihr Notizbuch