Autorin Jo Jonson sitzt lächelnd an einem Stein, der das Ortseingangsschild von Fanore in Westirland ist. Im HIntergrund sieht man einige Häuser im Nebel und eine Straße

Fanore, ein klangvoller Name für mein erstes Romantasy-Buch

Das ist vielleicht nicht der beste Einstieg, aber der Ehrlichste: ich wählte Fanore vor über zehn Jahren nur als Schauplatz für meine Romantasy-Trilogie „Witches of the Past“ aus, weil mir der Name so gut gefiel. Ansonsten hätte es auch jeder andere Ort im County Claire sein können, der zwischen Galway und den Cliffs of Moher am Wild Atlantic Way liegt.

Fanore: Der goldene Hang

Als ich damals in Bibliotheksbänden (denn Google Maps war noch lange nicht so weit wie heute) über Fanore recherchierte, gaben mir meine Entdeckungen Recht: es war der perfekte Schauplatz für einen Roman über die Empfindlichkeit der Naturgesetze, Elfen und Magie.

Fanore: Malerisches Kleinod in Westirland

Fanore hatte alles, was es für meinen Roman brauchte, nämlich: nichts. Das ist auf keinen Fall negativ zu verstehen. In Fanore gibt es nur eine handvoll Häuser, eine einzige Hauptstraße und einen Strand – und es liegt auf dem Nationalpark des Burren, unweit der Cliffs of Moher. Einen Wald gibt es hier, im Gegensatz zu meinem Buch, nicht, doch auch das empfinde ich als sehr passend, schließlich ist dieser Wald vom Aussterben bedroht.

Schon gewusst?

Zwar heißt Irland auch die Grüne Insel, doch die wenigsten Flächen abseits hiesiger Nationalparks sind bewaldet, weil die Wälder früher der Rodung für weitere Torfflächen zum Opfer gefallen sind.

Meine Protagonistin Valentina hat als Gesandte des Waldes die Aufgabe, den letzten Wald in dieser Region Irlands zu Retten.

Meine erste Reise nach Fanore

Ich habe das erste mal einen Fuß nach Fanore gesetzt, als ich die komplette Trilogie beendet hatte. Vorher konnte ich mir eine Irlandreise einfach nicht leisten und hatte mir mein Bild über den Ort über die bruchstückhaften Dinge zusammengebaut, die ich im Internet und in Bibliotheken bei meiner Recherche für den Irlandroman fand – und das war nicht gerade viel.

Das wahre Fanore vs. das Fanore aus "Secrets of the Forest"

Im Gegenteil zu dem Fanore in meinem Buch ist das Echte eine Art langgezogene Straße, an der sich spärlich Häuser entlang schlängeln. Hier und da gehen kleine Seitenstraßen ins hügelige Gelände, wo ebenfalls wenige Häuser zu finden sind. Der Pub heißt nicht „Harp&Music“, sondern „O’Donuhues“ und ist himmelblau. Doch genau wie in „Secrets of the Forest“ ist er der Mittelpunkt des Dorfgeschehens. Zwar gibt es keinen Wald, dafür aber einen goldenen Strand, genau wie im Buch. Und genau wie im Buch gibt es im ganzen Ort keine Einkaufsmöglichkeit.

Jessica Jirschik sitzt auf dem Burren und schaut aufs Meer bei Fanore: Malerisches Kleinod in Westirland

Fanore spiegelt den wahren Geist Irlands perfekt wider

Wer, wie ich damals, den wahren Geist Irlands und die typisch irische Herzlichkeit hautnah erleben möchte, für den gibt es kaum einen besseren Ort als Fanore. Das kleine Dörfchen ist noch nicht so von Touristen überlaufen. Zugegeben: es gibt hier auch kaum Sehenswürdigkeiten, bis auf den tollen Strand. Dafür hat man es nicht weit zu den Cliffs of Moher oder nach Galway und es liegt direkt am Wild Atlantic Way. Zudem erlebt man im Pub die typisch irische Lebensfreude, die nur um die Mittagszeit durch einen Strom Touristen unterbrochen wird, die hier Mittagspause machen, nachdem sie zu den Klippen von Moher gekarrt wurden. Ich empfehle als Unterkunft das von Patrick und seiner Frau Jessica geführte „Fermoyles Farmhouse“ etwas außerhalb des Dorfes. Hier hatte ich mit meinem Mann damals die romantischsten und ruhigsten Abende. Das urige Cottage bietet alles, was das Herz begehrt – samt Kamin und leckerem Frühstück.

Wie kann eine ganze Trilogie an einem so kleinen Ort spielen?

Vielleicht fragst du dich jetzt, was ein so kleiner Ort als Schauplatz für eine ganze Romantasy-Trilogie hergibt. Für mich war genau das der Reiz:

  • die Herzlichkeit und Nahbarkeit der Menschen
  • mit wenig sehr gut auskommen können
  • die Natur als Lebensmittelpunkt
  • die Herausforderung langer Wege

Fanore ist für mich ein Zuhause geworden. Nicht nur, weil ich fast 10 Jahre an der Trilogie geschrieben habe. Es ist ein Gefühl des Ankommens, wenn ich mich dort befinde. Auch 2026 hatte ich das große Glück, mich im blauen Pub zum Mittagessen einfinden zu können und bei Fish & Chips den Ausblick aufs sturmumtöste Meer genießen zu können.